Schlüsselblume – Primula veris, Primula officinalis

 

   Die Schlüsselblume ist der Inbegriff der Frühjahrsblüher, doch in den letzten Jahrzehnten ist sie sehr selten geworden.

Daher steht sie auch unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Man kann sich ihrer aber erfreuen, wenn man auf sie trifft und im Garten kann man sie anbauen und darf sie dann auch ernten. Verwendet werden die Wurzel und die Blüten.

Außer gegen Husten verwendet die Volksheilkunde die Schlüsselblume auch gegen Nervosität und Neuralgien. Selbst Migräne soll gelindert werden.

Heilwirkung: beruhigend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzlindernd, schweißtreibend, Stoffwechsel anregend.

Schlüsselblume kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Schlüsselblume anzuwenden ist der Tee.

Achtung!

Empfindliche Menschen bekommen durch Berührung der Schlüsselblumen manchmal einen juckenden Ausschlag (Allergie). Bei innerlicher Anwendung kann es bei diesen empfindlichen Menschen zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen.

Rezept für einen Frühjahrs-Tee:

Mische zu gleichen Teilen: Ehrenpreis-Blätter, Taubnessel-Blüten, Veilchen-Blätter, Schlüsselblumen-Blüten, Birken-Blätter, Huflattich-Blüten

Brüh einen Tee auf mit einem Esslöffel Teemischung pro Tasse und lass ihn 10-15 Minuten ziehen, dann abfiltern. Ggf. mit Honig süßen. Trink von dem Tee drei Tassen pro Tag.

Der Tee wirkt vor allem durch den Ehrenpreis, die Taubnessel und die Birkenblätter blutreinigend und regt die Ausscheidung an. Auch der Stoffwechsel wird belebt. Es verbessert sich das Hautbild und das Allgemeinbefinden. Außerdem wirkt der Tee durch die Veilchenblätter, die Huflattichblüten und die Schlüsselblumenblüten gegen Husten und andere Katarrhe der Atemwege. Der Tee hilft auch gegen die typischen Erkältungen des Spätwinters.

Tinktur

Um eine Schlüsselblume-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Schlüsselblume in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Von dieser Tinktur nimmt man 1 -3 x  täglich 10-50 Tropfen ein.

Schlüsselblumen-Tinktur kann man gegen Migräne, Neuralgien und Schwindelanfälle einsetzen.

Sagen und Geschichte:

In einigen Sagen wird die Schlüsselblume als Schlüssel für geheimnisvolle Keller oder Schatzkammern verwendet. Häufig wird in diesen Geschichten die türöffnende Schlüsselblume (das Beste) nach dem Auffinden des Schatzes unbeachtet liegen gelassen, sodass man die Schatzkammer später nicht wieder öffnen kann.

Wenn eine Schlüsselblume zu Weihnachten blühte, galt sie als besonders zauberkräftig.

Weil die Schlüsselblume im Mittelmeerraum nicht vorkommt, ist sie nicht als antike Heilpflanze bekannt.

Im Mittelalter wird die Schlüsselblume jedoch in mehreren Heilpflanzen-Büchern erwähnt. Bekannt ist vor allem die Empfehlung der Hildegard von Bingen, die die Schlüsselblume als Himmelsschlüssel bezeichnet. Dieser Himmelsschlüssel sollte den Himmel aufschließen. Die äußerliche Anwendung der Schlüsselblume sollte wärmen und gegen Melancholie helfen.

Andere mittelalterliche Autoren empfehlen die innerliche Anwendung der Schlüsselblume gegen Gicht, Lähmungen und Schlaganfall. Auch zur Stärkung des Herzens und zur Wundbehandlung wurde die Schlüsselblume eingesetzt.

Auf der Basis der Signaturenlehre wurde die gelbe Schlüsselblume gegen Erkrankungen von Leber und Galle verwendet.

In der Volksheilkunde wurde die Schlüsselblume im späteren Lauf der Jahrhunderte vor allem gegen Husten angewendet. Diese Anwendung ist heutzutage sogar wissenschaftlich anerkannt.

Sie gehört aber nach wie vor zu den klassischen Hustenkräutern.

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