Das keusche Lamm und die Hormone – Vitex agnus-castus

Keuschlamm – Vitex agnus-castus – Mönchspfeffer

Bei mir blüht, gerade in dieser trockenen Zeit, mein Mönchspfeffer. Inzwischen hat er eine beachtliche Größe von mindestens 2,50m erreicht. Die untergehende Sonne verleiht den blauvioletten Blüten noch mal einen besonderen farblichen Auftritt.

Der Mönchspfeffer, ein Lippenblütler aus der Gattung Vitex, hat seinen Namen aus der klösterlichen Verwendung. Die dunklen Früchte (Steinbeeren) haben einen etwas pfeffrigen Geschmack, deshalb wurden sie in der klösterlichen Küche verwendet.
Agnus-castus ist inzwischen als Medikament in die Frauenheilkunde eingezogen, die Zubereitung wird eingesetzt bei Zyklusstörungen und PMS – Beschwerden und zur Balancierung von Östradiol und Progesteron.

Die Verwendung in den klösterlichen Bruderschaften war jedoch keine weibliches Zyklusthema, sondern eher der Wunsch, in der Bruderschaft enthaltsam zu leben. Daher auch der Beiname „Keuschlamm“. Der gute Nebeneffekt war, dass die klösterlichen Speisen besser verdaut wurden und der Darm weniger Gase entwickelte.
Nachweisen konnte die moderne Medizin die Wirkung bislang nicht, aber die Erfahrungen als Anaphrodisiakum bestehen seit der Antike.

Der Mönchspfeffer wirkt auf die Signalwege des Dopamins, eines Hormons das auch bei Parkinsonerkrankung eine wichtige Rolle spielt. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass Vitex agnus-castus auch als ätherisches Öl die Dopamin-2-Rezeptoren aktiviert. Die dopaminerge Wirkung auf das sehr empfindliche hormonelle Gleichgewicht Östrogen – Progesteron kann bei falscher Anwendung Kopfschmerzen, Übelkeit und Ekzeme auslösen und die Wirkung von Kontrazeptiva stören. Bei Schwangerschaften ist dieses Öl tabu!
Deshalb gehört die Anwendung dieses besonderen ätherischen Öls in die Hände von erfahrenen Aromatherapeuten.

Quellen: Eliane Zimmermann- Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. 6. Auflage.
Ursel Bühring – Lehrbuch Heilpflanzenkunde. 6. Auflage

Aromatherapie

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