Wimmelbild am Wegesrand

Wimmelbild am Wegesrand

Ein kleines Stück Wildnis neben einem ordentlich gemähten Rasen bringt mich morgens immer wieder zum Staunen.
Der kleine Streifen beherbergt ein Stromkabel und einen Gartenschlauch, durch das wachsende Grün trotz Signalfarben kaum noch zu erkennen.
Die Pflanzen haben sich den Platz selbst ausgesucht, sogar der Farn, dessen Mutterpflanze ein paar Meter weiter wächst. Ein kleiner Trieb der Eiche vom Nachbargrundstück fand den Ort auch recht vielversprechend (tut mir leid, kleine Eiche, da hast Du nun wirklich keinen Raum zum Wachsen). Der nahebei wachsende Ahorn hat seine Samenflügel überall verteilt, nur an der Stelle hatten die Samen keine Chance, dafür pule ich sie zuhauf aus meinem kleinen Waldmeisterbeet heraus. Die gewöhnliche Vogelwicke dient nachmittags als kleiner Snack mit Kressegeschmack, das kriechende Fingerkraut leuchtet mit seinen gelben Blüten der Morgensonne entgegen. Die ungewöhnlich hübsche gewöhnliche Nelkenwurz begeistert mich mit ihrer Eleganz und den puscheligen Früchten nebst Widerhaken. Sie hat Hoffnung, dass dort direkt Tiere vorbeihuschen, um sich in deren Fell festzuhaken. Ein paar Blätter mit weichen Dornen schauen aus dem Durcheinander heraus, ich vermute einen Lattich. Ich finde noch einen dezent versteckten Klee, der die Komposition abrundet. Es könnte ein Rotklee werden. Richtig ausufernd wächst jedoch das echte Labkraut, Gallium verum. Die Ameisen halten sich da gerade eine Nektarplantage mit Blattläusen. Labkraut ohne Besiedelung gehört zu meinen Teefavoriten in dieser Zeit.
Vielfalt kann es also an den kleinsten Flecken geben.

 

Ganzheitliche Pflanzenheilkunde

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